Ausgeruht und erholt erwachen wir am frühen Morgen und beginnen unser Tagwerk, indem wir uns mit einem ausgiebigem Frühstück stärken. Danach beseitigen wir das kochtechnische Schlachtfeld vom gestrigen Abend, nutzen die Gunst unseres hochzivilisierten Umfeldes, laden Akkus, reparieren ein paar Kleinigkeiten und trödeln ansonsten gemütlich vor uns hin. Annette und Jochen statten noch dem campeigenen Pool einen Besuch ab, während Heinz mit seiner Kamera loszieht und ich ein wenig Literatur wälze. Als unsere beiden Freunde vom Schwimmen zurückkehren, bricht plötzlich geschäftiger Aktionismus aus, von dem ich mich sofort anstecken lasse: ich eile zum Zelt und beginne mit dessen Abbau. Heinz, der gerade in einem nahen Gebüsch auf offenbar erfolgreicher Vogeljagd ist, sieht mich werkeln und kommt leicht konsterniert herbei. „Was is’n jetzt los?“, fragt er mit erbostem Blick auf eine fieberhaft räumende Annette, einen auf dem Autodach herumkletternden Jochen und auf mich. „Da wird ewig rumgetrödelt und jetzt, wo ich mich mal in Ruhe umsehen möchte, da geht plötzlich die Hektik los! Das kapier ich einfach ned!“ Zornig pfeffert er seine Kamera auf den Tisch und kniet sich in den Rasen, um mir mit dem Zelt zu helfen. „Ach, Schneck, lass nur, ich mach das schon, geh du zu deinen Vögeln.“, versuche ich ihn zu besänftigen. „Nein, natürlich helf’ ich dir. Ich versteh’s bloß ned. Jeden Tag der selbe Scheiß, jeden Tag das Gesandel und dann plötzlich Stress. Das geht doch auch anders. Und meine Brillenvögel kann ich jetzt auch vergessen!“ Rohrspatzend schleppt er unsere Zelteinrichtung zum Auto. Ich kann ihm seinen Grant ein bisschen nachfühlen und muss ihm im Stillen recht geben. Wir wissen unsere Tageskilometer, wir wissen, dass wir immer lange brauchen, weil es so viel zu sehen gibt, wir wissen, dass der Tag nur 24 Stunden hat und trotzdem fahren wir meist auf den letzten Drücker los, kommen kurz vor Einbruch der Dunkelheit an. Das nervt manchmal und wir könnten es sicher anders koordinieren, straffen. „Aber dafür sind wir doch im Urlaub, Schneck, dass wir mal sandeln können.“, sage ich einlenkend, als Heinz wiederkommt, um die nächsten Sachen abzuholen. „Trotzdem. Scheiß Hetzerei da, jeden Tag!“, schimpft er im Weggehen. Naja, er wird sich schon wieder einkriegen bis heute Abend, wenn wir wie immer im letzten Tageslicht unser Zelt aufschlagen werden…
| Es geht über Land |
Und das wird sicher so sein, denn, als wir endlich abfahrbereit sind, ist es schon wieder fast halb elf und wir haben eine ziemlich stramme Strecke vor uns. Aber wenigstens ist der größte Teil davon geteert und sollte relativ rasch zu bewältigen sein. So also brausen wir los, hinaus auf die B1, die uns schnell und schlaglochfrei nach Noordoewer führt, wo sich die namibische Grenzstation befindet. Im Handumdrehen sind wir durch und steuern daraufhin Vioolsdrif an, um nach Südafrika zu einzureisen. Kaum dort angekommen, befiehlt uns ein finstergesichtiger Officer mit markiger Geste, sofort anzuhalten und verlangt nach den Autopapieren, mit denen er daraufhin gemessenen Schrittes den Wagen zu umrunden beginnt. Ohoooh! Doch plötzlich ertönt ein jauchzendes „Jiehaa!“ von hinten, der ehemals finstere Beamte strahlt jetzt über sein ganzes pummeliges Gesicht, gibt uns die Papiere zurück, meint grinsend „You guys love Africa, hmm?!“ und winkt uns einfach durch. Was war denn das jetzt? Ach, vielleicht haben ihn die zahlreichen Aufkleber auf der Hecktür so fröhlich gestimmt; die nämlich zeugen von vielen Afrikabesuchen in allen möglichen Ländern – das scheint ihm wohl ausnehmend gut gefallen und auch geschmeichelt zu haben. Gut für uns. Wenn jetzt seine formular-bearbeitenden Kollegen angesichts unserer unzähligen, afrikanischen Pass–Stempel auch so begeistert reagieren, steht unserer problemlosen Einreise nichts mehr im Wege. Und tatsächlich: 15 Minuten später ist alles erledigt und wir setzen unseren Weg rechtmäßig auf südafrikanischem Staatsgebiet fort. Ereignislose 70 Kilometer weiter südlich erreichen wir, nach eintöniger Fahrt auf schnurgerader Straße, das staubige Kaff Steinkopf und biegen dort in westlicher Richtung auf die R382 ab.
| Steinkopf City |
| Steinkopfs Architektur |
| Blick vom Anenous Pass |
Langsam aber stetig führt uns nun das Teerband nach oben, hinauf in die Berge, die wie ein Bollwerk vor uns aufragen. Die Straße wird immer kurviger; gefühlte zirka hundert Serpentinen später kommen wir dann auf dem 916 Meter hohen Sattel des Anenous Passes an. Ein grandioser Blick ins flache Hardeveld tut sich vor uns auf und während wir im Fahren die Aussicht genießen, lässt Heinz seine Augen sehnsuchtsvoll in die umliegenden Felsen schweifen: Sukkulenten! Ein paar unidentifizierte, aber eindeutig sukkulente Pflanzen hat er mit bloßem Auge schon aus dem fahrenden Auto heraus erspäht, aber das Gelände sieht so verheißungsvoll aus, dass er am liebsten anhalten und zu Fuß losziehen würde. Dazu aber ist weder die Örtlichkeit geeignet, noch haben wir genügend Zeit für eine ausgedehnte botanische Exkursion – leider. Langsam also schlängeln wir uns die Passstraße wieder nach unten. Sie ist hervorragend ausgebaut und wirkt derartig neu, dass man sich kaum vorstellen kann, hier auf durchaus historischen Pfaden unterwegs zu sein: einst nämlich war diese Route ein viel frequentierter Weg für Eisenerztransporte. Aus den fernen Minen von Okiep und Concordia wurde das wertvolle Material auf Pferderücken in den noch ferneren Hafen von Port Nolloth geschafft, um von dort aus verschifft zu werden. Doch auch lange vor seiner kommerziellen Nutzung war dieser Pass schon als einzige Möglichkeit zur Überquerung des felsigen Höhenzuges bekannt: bereits die alten Khoikhoi kletterten hier herum und gaben dem Bergübergang auch seinen Namen. Das geklickte Khoisan-Wort „Nani=nus“ wurde zu Anenous und bedeutet nichts anderes als „the side of the mountain“.
Bevor wir hier nun noch alle in die Luft fliegen, beeilen wir uns, diesen gastlichen Ort so schnell wie möglich zu verlassen und folgen weiter der R382 in nördlicher Richtung. Kilometer um Kilometer fräst sich die Straße durch öde Landschaft, ab und zu erhaschen wir einen erquicklichen Blick aufs Meer, werden von einem entgegenkommenden Auto erfreut, ansonsten aber vergnügen wir uns damit, unsere Kühlwasseranzeige zu beobachten. Und die bietet uns bei weitem am meisten Action: unaufhörlich steigt die Nadel nach oben; wenn es bergauf geht, hält sie kurzfristig inne, doch kaum rollen wir bergab, klettert sie weiter. Diese Tatsache, ergänzt durch einen Blick auf Tacho und Thermometer, macht den Sachverhalt klar. Die Außentemperatur liegt nahe der Vierzig-Grad-Marke, wir fahren durchschnittlich 100 km/h, die Luft ist feucht und fast zum Schneiden – und das ist zu viel des Guten für das Kühlsystem unseres Land Rovers. So also halten wir unsere Geschwindigkeit, schalten aber testweise einen Gang zurück und beflügeln mit dieser hochtourigen Fahrweise die Kühlung. Es funktioniert! Die Nadel verharrt kurz unter Rot und wir erreichen ohne weitere Zwischenfälle Alexander Bay, ein Städtchen, das direkt an der Mündung des Oranje Rivers in den Atlantik liegt. Viel sehen wir von dem Ort allerdings nicht, denn die Abzweigung, die wir nehmen müssen, führt uns kurz vor der Stadtgrenze nach rechts, Richtung Osten.
Gleich nach dem Abbiegen geht der bis dato so kommode Teer abrupt in Gravel über, wir ziehen eine mächtige Staubwolke hinter uns her und bewegen uns, über steile Dünenkämme hinweg, durch eine recht trostlose Gegend. Nicht mal der Oranje, der uns eine ganze Weile zu unserer Linken begleitet, kann der Landschaft etwas Gefälliges verleihen; die wenigen, ziemlich sparrigen Eukalyptusbäume am Flussufer sind staubig und wirken leicht dehydriert, einige landwirtschaftliche Gebäude mit ihrem lieblosen und heruntergekommenen Äußeren verstärken den öden Gesamteindruck noch zusätzlich. Allmählich geht das Farmland dann in Minengebiet über, was die Sache aber nicht ansprechender macht, denn hier wurde das Unterste nach oben gekehrt, es dominieren riesige Abraumhalden und schweres Fördergerät. Der einzige Lichtblick sind zwei Strauße, die plötzlich vor uns über die Straße sausen – doch selbst diese imposanten Laufvögel sehen irgendwie staubig und mitgenommen aus. Nach langen, langweiligen Kilometern, auf denen sich unsere Wagenkühlung weitestgehend wieder normalisiert hat, erreichen wir eine flache Senke, die offenbar gelegentlich von reißenden Wasserströmen geflutet wird. Hier liegt jede Menge Schwemmholz herum und das können wir hervorragend für unser abendliches Lagerfeuer gebrauchen. So also nutzen wir die Gelegenheit, halten an und klettern aus dem Auto. Puh! Wie ein Faustschlag trifft uns die in der Senke stehende Hitze; bei satten 40 Grad Celsius und fehlendem Fahrtwind ist nun unser körpereigenes Kühlsystem an seiner Leistungsgrenze. Schwitzend und keuchend sammeln wir rasch die besten Brennholzstücke zusammen, packen sie hechelnd aufs Dach und sinken dann ermattet in unsere Sitze zurück, die lediglich etwas über Körpertemperatur erwärmt sind und sich somit fast kühl anfühlen. Trotzdem kommen wir auf unserem weiteren Weg nur langsam wieder auf Normalgrade herunter.
So langsam, dass unsere Schweißbäche gerade eben erst zu weißen Salzkrusten weggetrocknet sind und die Gesichter sich nur ansatzweise entrötet haben, als wir endlich doch das Hellskloof Gate erreichen. Einsam liegt es in einem weiten Tal und dürfte in der Regel nicht besonders häufig frequentiert sein. Und auch wenn jetzt, da die Fähre in Sendelingsdrif ihren Geist aufgegeben hat, etwas mehr los sein mag, so werden wir dennoch erfreut begrüßt, denn wir verheißen Abwechslung. Aufgrund des offenbar unterversorgten Kommunikationsbedürfnisses des Gate-Personals ziehen sich die Formalitäten verständlicherweise ein wenig in die Länge. Doch während Annette noch mit dem Mitteilungsdrang der Rangerin zu kämpfen hat, mache ich mich aus dem Staub und sehe mich in der näheren Umgebung um. Nach wenigen Metern jedoch bleibe ich bereits kleben: ein kleines Pölsterchen sukkulenter Blätter wächst da zu meinen Füßen, gekrönt von einigen fragilen, magentafarbenen Blüten. Eine Mittagsblume (Mesembryanthemum guerichianum) und das schon direkt am Eingang des Parks! Wenn das mal kein gutes Omen ist! Der herbeigerufene Heinz lächelt milde über meine Begeisterung, denn er, der Sukkulentenkenner und -liebhaber hat ganz andere, viel höhere Erwartungen an die Flora des Richtersveld Nationalparks, während mich schon eine „schnöde“ Mittagsblume in Entzücken versetzt.
gedeihen, doch wahre Überlebenskünstler. Wenn der Mensch aber das Gleichgewicht durcheinander bringt, in welcher Form auch immer, dann ist es um die sonst so zähen, jedoch hoch spezialisierten Gewächse geschehen, dann sind sie chancenlos. Und es dauert sehr, sehr lange, bis sich der Boden regeneriert und wieder neues pflanzliches Leben gedeihen kann.
Immerhin ging der Ernte-Raubbau zunächst noch relativ langsam vonstatten, da das diätetische Wundermittel zwar bekannt, nicht aber der breiten Öffentlichkeit zugänglich war. 1996 jedoch rückte der Appetithemmer in der Fokus weltweiten Interesses: Wissenschaftlern gelang es, den Wirkstoffkomplex der Hoodia zu isolieren, ein Jahr später griffen die gierigen Klauen des englischen Pharmakonzerns Phytopharm nach der Lizenz für die globale Vermarktung der Schlankheitsdroge, 2001 gingen die Lizenzrechte hierfür an die amerikanische Firma Pfizer – für 32 Millionen US-Dollar. Als es allerdings im Jahre 2002 den San gelang, einen (wenn auch minimalen) Gewinnanteil an den Netto-Verkaufserlösen einzuklagen, gab Pfizer die gerade erworbenen Rechte postwendend an Phytopharm zurück, die sich 2004 ihrerseits mit der niederländischen Unilever zusammentat, um Vermarktung und Erforschung der Hoodia weiter voranzutreiben. Dieses Hin und Her, dieses übergroße Interesse der Pharmariesen an der verheißungsvollen Droge, entging natürlich nicht den wachsamen Augen hoffnungsvoller Erste-Welt-Dickerles, die sich eine bequeme Traumfigur herbeisehnten. Auf diese Weise, unterstützt vom mittlerweile omnipräsenten Internet, wuchs die Nachfrage nach Hoodia-Produkten ins Unermessliche und bedrohte die Bestände der langsam wachsenden Wüstenpflanze immer mehr. Da half es auch nur wenig, dass die ganze Gattung Hoodia im Jahre 2004 unter internationalen Artenschutz gestellt wurde. Um den Markt zu befriedigen, wurde und wird leider nach wie vor illegal in der Natur „geerntet“ - der kommerzielle, wuchsforcierte Anbau nämlich geht auf Kosten der Wirkstoffkonzentration – und somit ist die Hoodia gordonii heute eine gefährdete Art.
In Anbetracht dieser Sachlage dürfen wir uns umso glücklicher schätzen, nun vor so einem Prachtexemplar zu stehen, es erleben zu können – aber das tun wir ohnehin… Heinz kann sein Glück kaum fassen, eine blühende Hoodia dieser Größe an ihrem natürlichen Standort zu sehen und auch wir anderen sind schwer begeistert von der prachtvollen Sukkulente. Doch das Richtersveld hält noch viel mehr Unglaubliches für uns bereit. Kaum haben wir die Mega-Aasblume schweren Herzens hinter uns gelassen, schraubt sich der Fahrweg in steilen, steinigen Kurven nach oben und, je höher wir kommen, desto üppiger wird die sukkulente Vegetation. Wir schauen rechts, wir schauen links, wir renken uns beinahe den Hals aus, leider aber bleibt es zunächst beim Fern-Staunen, denn die Strecke ist recht anspruchsvoll und bietet kaum Gelegenheit, mal anzuhalten.
Doch schließlich haben wir den Anstieg hinter uns gebracht, den höchsten Punkt des Akkedis-Passes erreicht, wir stellen unser Auto auf einem ebenen Wegstück ab und klettern atemlos vor Spannung in die Botanik. Und wieder fliegen unsere Köpfe hin und her, unsere Augen, unsere Sinne sind völlig überfordert von dem, was sich uns darbietet. Wie angepflanzt wachsen hier die wundervollsten Sukkulenten, wie im Lehrbuch, wie im botanischen Garten, wie in einem Schaukasten. Schau mal, eine Cheiridopsis denticulata, bah, eine Aloe ramosissima, uih, eine Ceraria namaquensis, Schneck, komm schnell, hier ist ein kleines Pachypodium namaquanum! Und was ist das? Eine Crassula, ein Mesemb, ein Cotyledon, ein Tylecodon, eine Euphorbie und dort noch ein Sarcocaulon! Es ist Wahnsinn, unglaublich, fast unwirklich. Doch warum muss ich ausgerechnet jetzt an Prof. Dr. Hans-Dieter Ihlenfeldt denken? Vielleicht, weil der Sukkulenten-Spezialist der Universität Hamburg sicher genau hätte bestimmen können, was wir erst mal eher so Pi mal Daumen zuordnen, vielleicht aber auch, weil es ihm exakt wie uns erging, als er vor 50 Jahren auf seiner ersten Reise im Richtersveld war: ein von Menschenhand geschaffener Steingarten – das war die Empfindung, die seine Sukkulentenkundler-Seele durchflutete, als er dieses Paradieses ansichtig wurde. Es haute ihn damals förmlich um, genau so, wie es auch uns heute fast aus den Pantinen kippt.
Ein von Menschenhand geschaffener Steingarten – das trifft die Sache ziemlich genau, leider, denn es zeigt, dass man eine solche Üppigkeit, eine derartige Vielfalt in der Natur kaum noch antrifft, und wenn doch, sofort dazu neigt, es einem Homo horticulturalis zuzuschreiben! Doch hier ist nichts angelegt, es ist einfach so, wie es überall sein könnte, gäbe es nur uns Menschen nicht… Aber es gibt uns nun mal und umso wichtiger ist es, dass sich trotz allem einige Exemplare unserer Spezies dem Schutz der Natur verschrieben haben; Professor Ihlenfeldt zum Beispiel. Dieser Mann ist einer derjenigen, dem es das Richtersveld zu verdanken hat, heute Nationalpark zu sein und zudem auf der Liste der Weltnaturerbe-Orte zu stehen. Dazu aber später; denn hier und jetzt wollen wir nur genießen, brauchen all unsere Sinne, das Dargebotene aufzunehmen und zu verarbeiten. Lange klettern wir in diesem prall gefüllten Mini-Universum umher, entdecken minütlich Neues, fotografieren, staunen, bestimmen und spüren vor lauter Faszination kaum, wie drückend die Hitze ist, merken fast nicht, wie die Zeit vergeht. Irgendwann aber verschwindet die Sonne hinter den Bergen, taucht den Botanik-Traum in diffuses Licht und erinnert uns daran, dass wir aufbrechen sollten, wollen wir heute noch bei Tageslicht unser Camp erreichen. Seufzend beugen wir uns den Gegebenheiten, schlichten uns wieder ins Auto und trennen uns schwerer Herzen von diesem phantastischen Ort. Unser Weg führt uns nun hinab in Oranjetal – je tiefer wir kommen, desto spärlicher wird die Vegetation, die Luftfeuchtigkeit hingegen steigt stetig. Im letzten Sonnenlicht schließlich, wie heute Vormittag bereits prophezeit und befürchtet, erreichen wir De Hoop, unser Camp direkt am Fluss. Bei immer noch über 40 Grad bauen wir rasch und schwitzend unsere Zelte auf, entfachen ein loderndes Lagerfeuer, werfen Kartoffeln in die Glut und Steaks auf den Grillrost, bevor wir uns ermattet bei einem kühlen Bier in unsere Klappstühle sinken lassen. Während wir schweigend und genießend unsere Sundowner-Getränke schlürfen, schweifen unsere Gedanken zurück auf den Akkedis-Pass, wir lassen diesen ereignisreichen Tag revue passieren, die untergehende Sonne hüllt uns und den Oranje in violettes Licht, ein paar Frankolins begleiten uns leise pickend und gackernd in die Nacht. Mit Appetit, aber auch ziemlich ausgepumpt, verzehren wir noch unser Dinner – und schweigen weiter, völlig platt, kaputt und voller umwerfender, neuer Eindrücke. Wollen wir schlafen gehen? Ja!!! Gute Nacht – so gut eine schweißtreibende, windstille, sandige Nacht bei knapp unter 40 Grad eben sein kann…
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